Apple bittet washington um sonderregelung: chip-deal mit china-lieferant?
Ein ungewöhnlicher Schritt aus Cupertino: Apple hat sich offenbar an die US-Regierung gewandt, um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen den chinesischen Speicherchip-Hersteller CXMT zu erwirken. Die Nachfrage nach Speicherchips explodiert durch den Boom von KI-Rechenzentren, und Apple scheint bereit, Kompromisse einzugehen, um die Versorgung sicherzustellen – selbst wenn das bedeutet, einen Lieferanten in die Pflicht zu nehmen, den man sonst meidet.

Die ki-welle und der speicher-engpass
Die derzeitige Situation ist dramatisch. Der Bau von KI-Rechenzentren weltweit hat einen beispiellosen Ansturm auf Speicherchips ausgelöst. Sowohl High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger als auch NAND-Flash-Speicher sind knapp, was die Preise in die Höhe treibt. Dieser Effekt betrifft nicht nur Apple, sondern die gesamte Branche. Smartphones, Tablets, Laptops – alles wird teurer, und die Speichergrößen könnten stagnieren oder sogar sinken.
Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Laut aktuellen Schätzungen hat Nvidia mittlerweile TSMC als Apples wichtigsten Kunden abgelöst. Der Chip-Hersteller, der von der KI-Euphorie profitiert, macht nun etwa 19 bis 22 Prozent des Umsatzes von TSMC aus, während Apple auf etwa 18 Prozent kommt. Das zeigt deutlich, wie sich die Kräfteverhältnisse verschoben haben: Wer die KI-Explosion befeuert, hat jetzt die Oberhand.
Für Apple bedeutet das, dass die Zeit der unbegrenzten Verhandlungsmacht vorbei ist. Früher konnte der Konzern mit seinem enormen Bestellvolumen Druck ausüben. Jetzt muss er sich den Regeln des Marktes beugen und bereit sein, höhere Preise zu zahlen oder Lieferengpässe in Kauf zu nehmen. Der Antrag an die US-Regierung ist ein deutliches Zeichen dafür.
CXMT, kurz ChangXin Memory Technologies, steht seit längerem auf der US-Sanktionsliste, da man ihm Verbindungen zur chinesischen Armee nachsagt. Apple selbst ist nicht von einem direkten Importverbot betroffen, aber das Geschäft mit dem US-Verteidigungsministerium könnte gefährdet sein, wenn Komponenten von gelisteten Firmen verwendet werden. Deshalb sucht Apple nun die offizielle Genehmigung der Regierung.
Was bedeutet das für Sie als Smartphone-Käufer? Einfach ausgedrückt: Ihre nächste Anschaffung könnte teurer werden. Und selbst wenn Sie bereit sind, mehr zu bezahlen, müssen Sie möglicherweise mit kleineren Speicherkapazitäten rechnen. Die Zeit, in der man sich ein Top-Smartphone mit viel Speicher leisten konnte, könnte bald vorbei sein.
Die Entscheidung der US-Regierung wird entscheidend sein. Lehnt Washington Apples Antrag ab, bleibt dem Konzern nur die Möglichkeit, sich auf die ohnehin schon überlasteten koreanischen Hersteller Samsung und SK Hynix zu verlassen. Das würde die Preise weiter in die Höhe treiben und die Lieferprobleme verschärfen.
Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass Apple diesen Schritt ohne Not gegangen wäre. Die Speicherknappheit ist offenbar so gravierend, dass sie den Konzern dazu zwingt, ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Zeichen stehen auf steigende Preise für Smartphones – und wer jetzt noch ein funktionierendes Gerät besitzt, sollte es sich gut überlegen, ob er es nicht einfach etwas länger behält.