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Echostar gibt funkwellen ab: at&t und spacex profitieren

Ein überraschender Deal erschüttert den US-amerikanischen Mobilfunkmarkt: EchoStar, Muttergesellschaft von Dish Network und Boost Mobile, verkauft einen beträchtlichen Teil seiner Funklizenzen an AT&T und SpaceX. Die Federal Communications Commission (FCC) hat die Transaktion unter Auflagen genehmigt, was den Weg für eine Neuausrichtung der Frequenznutzung und eine Beschleunigung des 5G-Ausbaus ebnet.

At&t baut ländliche netze massiv aus

Kern des Abkommens ist die Übergabe von 3,45 GHz und 600 MHz Lizenzen an AT&T, die 99 Prozent der US-Bevölkerung abdecken. AT&T erhält 20 MHz des 600 MHz Low-Band-Spektrums und 30 MHz des Mid-Band 3,45 GHz Spektrums. Bereits im November setzte AT&T das erworbene 3,45 GHz Spektrum ein, was zu einer Steigerung der 5G-Downloadgeschwindigkeiten um bis zu 80 Prozent führte. Das zusätzliche Spektrum soll nun vor allem zur Ausweitung des 5G- und Breitbandinternets in ländlichen, abgelegenen und unterversorgten Gebieten genutzt werden. Ein weiterer Vorteil: AT&T muss sein 600 MHz Netzwerk schneller als ursprünglich geplant ausbauen.

Doch es gibt auch eine strategische Partnerschaft: EchoStar und AT&T werden eine sogenannte Hybrid-Mobile Network Operator (MNO)-Vereinbarung abschließen. Das bedeutet, dass Boost Mobile verstärkt auf die Infrastruktur von AT&T zurückgreifen wird, was AT&T durch niedrigere Gebühren kompensiert. So kann Boost Mobile seinen Service kostengünstiger anbieten und gleichzeitig die Qualität verbessern.

Spacex setzt auf direktverbindung zum smartphone

Spacex setzt auf direktverbindung zum smartphone

Neben AT&T profitiert auch SpaceX von dem Deal. Das Unternehmen erhält 65 Megahertz an Spektrum im Mid-Band, das für sein Direkt-zu-Gerät (D2D)-Netzwerk der nächsten Generation bestimmt ist. Konkret handelt es sich um 40 MHz AWS-4, 10 MHz AWS-H Block und 15 MHz unpaariges AWS-3 Spektrum. Die FCC gewährt SpaceX dabei große Flexibilität bei der Nutzung der Lizenzen – ob für terrestrische, weltraumgestützte oder hybride Netzwerke.

Die Bedeutung von D2D-Technologie wird durch ihre Fähigkeit, in Funklöchern lebensrettende Dienste zu leisten, unterstrichen. SpaceX verspricht mit dem neuen Spektrum eine deutliche Verbesserung der Sprach-, Text- und Datenqualität und kündigt bereits jetzt „bahnbrechende, Hochgeschwindigkeitsverbindungen“ an. Ob diese Versprechungen gehalten werden können, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung der FCC wirft jedoch auch Fragen auf. Kritiker sehen darin eine weitere Stärkung des Oligopols aus AT&T, T-Mobile und Verizon. Ob SpaceX tatsächlich als vierter Netzbetreiber Fuß fassen kann, ist fraglich. Fest steht: Wertvolles Spektrum verstaubt nicht länger, sondern wird für innovative Anwendungen genutzt – ein Gewinn für die Konsumenten, zumindest theoretisch.

Die Transaktion ist an die Einrichtung eines 2,4 Milliarden US-Dollar schweren Treuhandfonds durch EchoStar geknüpft, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten und mögliche Ansprüche zu begleichen. Ein Schritt, der zeigt, dass auch im Tech-Sektor nicht immer alles reibungslos läuft, aber zumindest die Weichen für eine spannende Zukunft im Mobilfunkbereich gestellt sind.