Apple vs. openai: eskaliert der streit um siri?
Die Luft knistert zwischen Apple und OpenAI. Was als vielversprechende Partnerschaft begann, könnte nun vor Gericht enden. Der Tech-Riese OpenAI erwägt rechtliche Schritte gegen Apple, weil die Integration von ChatGPT in Siri offenbar nicht die erhofften Früchte trägt – und das könnte weitreichende Folgen für beide Unternehmen haben.

Die erwartungen blieben unerfüllt
Seit der Einführung von iOS 18 im Jahr 2024 kooperieren Apple und OpenAI. ChatGPT sollte das Nonplusultra der Sprachassistenten-Integration sein, das Siri einen deutlichen Leistungsschub verleiht. Doch die Realität sieht anders aus. Laut einem Bericht von Bloomberg arbeitet OpenAI derzeit mit einer externen Anwaltskanzlei an möglichen rechtlichen Schritten gegen Apple. Der Grund: OpenAI hatte mit der Partnerschaft auf jährliche Einnahmen im Milliardenbereich gehofft, doch die bisherigen Ergebnisse liegen weit unter diesen Erwartungen.
Das Problem liegt nicht nur an den Umsatzzahlen. OpenAI kritisiert, dass die Integration von ChatGPT in Apple-Produkten zu limitiert sei und Siri die Möglichkeiten des KI-Modells kaum ausschöpfe. Ein anonymer OpenAI-Manager äußerte sich in der Vergangenheit harsch: „Wir haben alles aus unserer Produktperspektive getan. Sie nicht, und schlimmer noch, sie haben nicht einmal einen ehrlichen Versuch unternommen.“
Die Nutzer wählen den direkten Weg Ein weiterer Knackpunkt ist, dass Nutzer ChatGPT offenbar bevorzugen, die App direkt zu nutzen, anstatt Siri zu befragen. OpenAI-Studien haben ergeben, dass die Abonnementrate deutlich höher ist, wenn Nutzer direkt auf die ChatGPT-App zugreifen. Die Umleitung über Siri führt zu eingeschränkten Antworten und weniger Anreizen für ein kostenpflichtiges Upgrade.
Apple scheint die Integration von ChatGPT ebenfalls nicht ausreichend zu bewerben. Das führt dazu, dass viele Nutzer gar nicht wissen, dass sie Siri für ChatGPT-Anfragen nutzen können. Die Partnerschaft, die einst als großer Coup gefeiert wurde, droht nun zu einem Imageschaden für OpenAI zu werden.
Es bleibt abzuwarten, ob die beiden Unternehmen ihre Differenzen im Guten klären können. Apple steht kurz vor der Vorstellung seiner neuen KI-Strategie für iOS 27, die möglicherweise eine neue „Extensions“-Funktion beinhaltet, die den Zugriff auf verschiedene Chatbots ermöglicht. Zudem hat Apple eine Partnerschaft mit Google für die Nutzung von Gemini-Modellen in Siri und Apple Intelligence bekannt gegeben. Ob das OpenAI beruhigen wird, ist fraglich. Der Fall zeigt, dass selbst die größten Tech-Konzerne nicht immer auf einer Wellenlänge sind und dass die Erwartungen an Kooperationen manchmal deutlich von der Realität abweichen.
Die drohende Klage ist ein deutliches Signal: OpenAI ist nicht bereit, die mangelnde Wertschätzung für seine Technologie hinzunehmen. Ob Apple nun einlenkt und die Integration von ChatGPT in Siri verbessert, oder ob es zu einem langwierigen Rechtsstreit kommt, wird die Zukunft zeigen. Fest steht: Der Fall könnte branchenweite Auswirkungen haben und die Art und Weise, wie Tech-Unternehmen Partnerschaften gestalten, grundlegend verändern.