Us-mobilfunkanbieter schmieden bündnis: gegenwind für spacex?
Ein überraschendes Bündnis zwischen den drei großen US-Mobilfunkanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon hat die Tech-Branche aufgeschreckt. Während die Unternehmen von einer Verbesserung der Netzabdeckung sprechen, deutet vieles auf einen strategischen Schachzug hin, um den Aufstieg von SpaceX und dessen ambitionierte Direkt-zu-Gerät-Dienste zu bremsen.

Gemeinsam gegen funklöcher – und spacex?
Die Ankündigung, die eher an eine hastige Pressemitteilung erinnert, sieht die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures vor, das sich der Beseitigung von Funklöchern im Land verschrieben hat. Durch die Zusammenlegung von Frequenzressourcen und die Entwicklung gemeinsamer Industriestandards wollen die drei Riesen eine nahtlose Umschaltung zwischen terrestrischen und satellitenbasierten Netzwerken ermöglichen. John Stankey, CEO von AT&T, betont die Beschleunigung des Zugangs zu zuverlässiger Abdeckung für die Kunden. Srini Gopalan von T-Mobile sieht darin eine Vereinfachung für Satellitenbetreiber bei der Anbindung von Geräten direkt.
Die Partnerschaft verspricht zwar mehr Auswahl für die Kunden und eine Stärkung der amerikanischen Infrastruktur, doch der wahre Knackpunkt liegt in der aktuellen Entwicklung von SpaceX. Das Unternehmen hat kürzlich 65 Megahertz an AWS-4, AWS-H Block und AWS-3 Frequenzen erworben – ein entscheidender Schritt für den Aufbau eines eigenen Direkt-zu-Gerät-Netzwerks. Experten von LightShed Partners sehen in dem Bündnis der Mobilfunkanbieter daher vor allem eine symbolische Front gegen SpaceX, insbesondere angesichts des bevorstehenden Börsengangs des Raumfahrtunternehmens.
Die bisherigen Partnerschaften mit SpaceX, Skylo und AST SpaceMobile sollen zwar bestehen bleiben, doch das Joint Venture plant eine Zusammenarbeit mit mehreren Satellitenbetreibern – ein deutlicher Hinweis auf die Absicht, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu verringern. Gerade jetzt, wo SpaceX in der Lage ist, ohne die Unterstützung traditioneller Mobilfunkanbieter Direkt-zu-Telefon-Dienste anzubieten, wird die Bedeutung dieses Bündnisses deutlich.
Es bleibt abzuwarten, ob das Joint Venture tatsächlich zu greifbaren Ergebnissen führen wird. Schließlich verfügen Satellitenunternehmen bereits über die notwendigen Frequenzen. Dennoch dürfte die Allianz den drei Mobilfunkanbietern beträchtlichen Einfluss auf zukünftige Preisgestaltungen verschaffen. Die Federal Communications Commission (FCC) drängt auf die Etablierung von Direkt-zu-Gerät-Diensten, und die Big Three versuchen nun, die Kontrolle über die Art und Weise, wie diese Dienste bereitgestellt werden, in die Hand zu nehmen – ein Schritt, der wohl die Aufmerksamkeit der Kartellbehörden auf sich ziehen wird.
Die Zukunft der Konnektivität in den USA ist ungewiss, doch eines ist klar: Der Kampf um die Vorherrschaft im Mobilfunkmarkt hat eine neue Dimension erreicht – den Weltraum.
