Premier league schlägt zurück: iptv-piraterie wird gnadenlos gejagt!
Die Premier League hat im Kampf gegen IPTV-Piraterie einen überraschenden und effektiven Schachzug vollzogen. Statt wie die LaLiga, die sich durch fragwürdige Methoden und die Beschädigung unschuldiger Nutzer einen Imageschaden zuzuführen, geht es nun direkt an die Quelle der illegalen Angebote: die Betreiber der IPTV-Listen.

Ein cleverer ansatz: die spur des geldes verfolgen
Die Strategie der englischen Liga ist denkbar einfach, aber effektiv: Sie hat 25 Webseiten identifiziert, die IPTV-Listen mit illegalen Inhalten anbieten, darunter auch einige aus Spanien. Diese Seiten haben ihre Domains über die Plattform Tucows registriert. Nun hat die Premier League eine DMCA-Auskunft (Digital Millennium Copyright Act) bei Tucows beantragt, um die Identität der Domain-Registranten herauszufinden. Ein DMCA-Take-Down ist ein legales Instrument, das Urheberrechtsinhabern ermöglicht, die Identität von Nutzern preiszugeben, die Urheberrechte verletzen.
Die Premier League geht dabei einen entscheidenden Schritt weiter als die LaLiga. Während letztere unschuldige Nutzer ins Visier nahm, indem sie deren Internetverbindungen kappte, konzentriert sich die englische Liga auf die Personen, die tatsächlich von der Piraterie profitieren. Die Kernaussage ist klar: Wer sich durch illegale Angebote bereichert, muss die Konsequenzen tragen.
Einige der betroffenen Webseiten sind Rojadirecta, Deporte Libre, Fútbol Libre, Deporte Andrés, Tele Gratis und Tu Pelota Libre. Besonders Fußball Libre fällt mit über 12 Millionen monatlichen Nutzern ins Gewicht, wie Torrenfreak berichtet. Interessanterweise hatte Tucows bereits zwei Wochen vor der DMCA-Auskunft das betroffene Domain blockiert, offenbar in Erwartung einer solchen Anfrage.
Die angeforderte Information umfasst nicht nur Namen und Adressen, sondern auch IP-Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Zahlungsinformationen der Domain-Registranten. Mit diesen Daten will die Premier League die Betreiber der Webseiten verklagen und ihre Domains endgültig abschalten. Auch wenn die IPTV-Listen selbst nicht auf den Webseiten gespeichert sind, erschwert die Abschaltung der Seiten den Zugang für die Nutzer erheblich.
Die Dokumentation, die die Premier League Tucows vorgelegt hat, ist erstaunlich detailliert. Sie beweist, dass die illegalen IPTV-Listen von Servern von Google und Amazon übertragen werden. Ein US-amerikanisches Gericht muss die Gültigkeit der DMCA-Auskunft bestätigen, bevor Tucows die Daten preisgeben muss. Sollte dies geschehen, wird die Premier League einen Präzedenzfall schaffen und zeigen, dass der Kampf gegen die IPTV-Piraterie auch auf internationaler Ebene erfolgreich sein kann.
Europol hat übrigens kürzlich ein VPN-Netzwerk, das ausschließlich für Cyberkriminelle genutzt wurde, erfolgreich abgeschaltet. Ein weiterer Beweis dafür, dass die Strafverfolgungsbehörden weltweit verstärkt gegen illegale Aktivitäten im Netz vorgehen.
Die Premier League hat mit dieser Maßnahme ein klares Signal gesendet: Piraterie wird nicht toleriert und die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen. Es bleibt abzuwarten, ob andere Ligen diesem Beispiel folgen werden.